Landesbildungszentrum Tangerhütte
- Beratungsstelle -
Hinweise für den Unterricht mit sehbehinderten
Schülern an allgemeinen Schulen
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Sehbehinderte benötigen im allgemeinen einen Sitzplatz
zentral vor der Wandtafel, damit sie das Geschehene an der Tafel verfolgen
können; sie sollten möglichst viel von den nonverbalen Informationen,
die über die Mimik des Lehrers vermittelt werden, profitieren können.
Da sie verstärkt auf akustische Informationen angewiesen sind, können
sie von hier den Erklärungen des Lehrers müheloser
folgen.
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Die Anpassung der Augen auf fern und nah, hell und dunkel
erfolgt beim Sehbehinderten wesentlich verlangsamt. Schwierigkeiten beim
Abschreiben von der Tafel sind nicht auszuschließen. Der Lehrer kann
dem sehbehinderten Schüler helfen, indem er den Text beim Schreiben
laut mitspricht und dem Schüler damit die Möglichkeit eröffnet,
direkt mitzuschreiben. Wenn dies nicht möglich oder sinnvoll ist,
könnte man dem Schüler mit einer Fotokopie, z. B. der Aufzeichnungen
eines Mitschülers, weiterhelfen.
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Grundsätzlich sollte auf kontrastreiche Vorlagen und
Arbeitsmittel geachtet werden. Kontrastarme Farben können für den
sehbehinderten Schüler nicht existent sein. Schwarze Schrift auf
weißem Papier oder gelbe Kreide auf grünen Wandtafeln haben sich
bewährt. Bei Farbenfehlsichtigkeit oder -blindheit können
ungewöhnliche Vorder- oder Hintergrundfarben optimal Gute Fotokopien,
falls erforderlich in vergrößerter Schrift, sollten Standard
sein.
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Die Arbeit mit dem Tageslichtprojektor erschwert dem
sehbehinderten Schüler das Sehen sehr. Wo es nicht zu umgehen ist, den
Tageslichtprojektor einzusetzen, sollte man dem Schüler die
Möglichkeit geben, das Unterrichtsgeschehen am Arbeitsschirm direkt
zu erfolgen. Eine Fotokopie der Folien ist oft sehr
hilfreich.
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Je nach Sehbehinderung sollte der Arbeitsplatz und die Wandtafel
vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung oder Spiegelung durch einen Fenstervorhang
geschützt werden; andere Schüler benötigen einen gut
ausgeleuchteten Arbeitsplatz.
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Eine geringe Lesedistanz schadet dem Auge nicht, bedingt
jedoch eine gekrümmte Sitzhaltung und eine Überlastung der
Wirbelsäule. Tische oder auf die Tischplatte aufgesetzte Pulte mit
höhen- und neigungsvariablen Arbeitsflächen könnten Abhilfe
schaffen.
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Ein sehbehinderter Schüler ermüdet wegen der
erhöhten Konzentrationsfähigkeit schneller. Ein Wechsel zwischen
hohen und geringen Sehanforderungen erhält die
Aufmerksamkeit.
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Bei stark eingeschränktem Gesichtsfeld kann die Orientierung
im Raum oder beim Lesen des Tafeltextes unwahrscheinlich schwierig sein,
weil der Betroffene das Umfeld oder Sehobjekt mühsam - einem Mosaik
gleich - zusammensetzen muß. Das braucht sehr viel Zeit und kann die
Geduld der Mitschüler und Lehrer strapazieren.
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Manche Sehbehinderte müssen zur Verwendung ihrer optischen
Hilfsmittel (Brille, Fernrohrlupenbrille, Lupe, Fernglas, ...) motiviert
werden. Einigen ist die Benützung zu mühsam, doch meistens dürfte
eine (unbegründete) Angst vor einer unliebsamen Reaktion der
Mitschüler ursächlich sein. Es ist daher besonders wichtig darauf
zu achten, dass Sehbehinderte wegen ihrer Hilfsmittel nicht verspottet werden
und zum Gebrauch der Hilfsmittel motiviert werden.
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Die Reaktionen sehbehinderter Schüler können bei
vielen Sportdisziplinen, wo es auf schnelles und raumumfassendes Sehen ankommt,
verlangsamt sein.
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Sehbehinderte Schüler sollten gleichwertige Mitglieder
der Klassengemeinschaft sein. Das setzt voraus, dass sie keine Sonderrolle
in der Klasse einnehmen. Dies wird nicht immer leicht zu erreichen sein,
da die Auswirkungen der Sehbehinderung auffällig sein können. Wird
Sehbehinderten ein gesundes Selbstvertrauen vermittelt, werden sie in der
Lage sein, ihre Sehbehinderung nicht als wichtigstes Merkmal ihres Lebens
zu empfinden.
Quelle: Staatliche Schule für Sehbehinderte
Waldkirch
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